Der Film

Die Abenteuer von Cowboys und Indianern erleben – davon haben wir als Kinder alle einmal geträumt. Mitten in Bayern gibt es einige Menschen, die sich diesen Traum erfüllen. In Cowboyclubs und Tipilagern auf abgeschiedenen Wiesen begeben sie sich in die vergangene Zeit des Wilden Westens.

mikeAm Wochenende wird aus dem Versicherungsvertreter Othmar Türk Mike Carson, der Bürgermeister. Sein Reich: Wolf Canyon Town. In der kleinen Westernstadt am Rande Regensburgs ist er vor allem für seine waghalsigen Messerwurf-Vorführungen bekannt. Die Zielscheibe: seine Gattin Mary Ann. Aber die Western-Szene ist für Mike mehr als toughes Cowboy-Gehabe. Hier findet er den Zusammenhalt und die Freiheit, die ihm sein Alltag nicht geben kann. Schon von klein auf durch Karl Mays Bücher vom Wilden Westen fasziniert, lebt er heute gemeinsam mit seiner Frau seinen Traum.

jacky_neuLederstiefel und Hut alleine machen auch für Jacky noch keinen echten Cowboy. Deshalb hat sie sich – wie viele – eine Rolle im Western-Kosmos erdacht. Sie ist die ehemalige Puffmutter im Lager, die früher Ehemänner zerschliss und heute ein gesittetes Leben als Siedlersfrau führt – ein bisschen wie in ihrem echten Leben: Nachdem sie dreimal verheiratet war, hat sie nun in ihrem Lebensgefährten Gogo jemanden gefunden, der den Wilden Westen liebt wie sie. Von Montag bis Freitag arbeitet sie als Putzfrau, das Wochenende gehört ihrem Hobby. Mitten in der bayerischen Prärie zwischen Maisfeldern hat Jacky ihr eigenes Zeltlager wie in Trapper-Zeiten gegründet. Hier verbringt sie jede freie Minute.

birgitBirgit ist im echten Leben Kurierfahrerin für ein Krankenhaus, viel lieber lebt sie als Indianerin. Seit ihrer Kindheit ist sie fasziniert von der indianischen Kultur. Für sie besonders wichtig: die Nähe zur Natur. Birgit findet auf jeder Wiese ein Heilkraut, im Tipi schläft sie auf einem echten Büffelfell und gekocht wird bei ihr über dem Feuer im gusseisernen Topf.

Die Doku ‚Wilder Westen in weiß-blau‘ begleitet diese Menschen einen Sommer lang auf ihrer Zeitreise in den Wilden Westen. Sie zeigt ihre Feste, das Leben in ihren Tipis und bei ihnen Zuhause. Auf den Spuren der Wild-West-Faszination gibt die Ausstellung ‚Sehnsucht nach dem Wilden Westen‘ im Münchner Stadtmuseum einen Rückblick auf die über 100 Jahre alte Tradition der Cowboy- und Indianerclubs. Außerdem verrät eine echte Native vom Stamm der Cree, was sie über die bayerische Kopie ihrer Kultur denkt.

Was treibt diese Menschen an, sich am Wochenende in den Wilden Westen zu begeben? Wie erleben sie die Zeit fernab der modernen Welt und was nehmen sie mit in ihren Alltag? ‚Wilder Westen in weiß-blau‘ gibt Einblicke in eine Welt, die auf den ersten Blick vor allem eins ist: ein wenig sonderbar. Doch kratzt man an der Oberfläche, kommen Wünsche und Sehnsüchte zum Vorschein, die wir alle in uns tragen.